Petra Merten Architektur

Baugemeinschaften

“Erleben von Wohnsicherheit im Sinne stabiler Wohnkosten und Begründung selbstbestimmter Nachbarschaften zur Aufhebung von Isolation und gegenseitige Hilfe zur Alltagsentlastung.”
 
Aus der Fülle von Zielen, die von Wohnprojekten während ihrer Entstehungszeit in den letzten 20 Jahren formuliert wurden, sind dieses die Kernpunkte, unter denen sich alle Wohnprojekte wiederfinden können. Menschen finden sich zusammen, um neue Formen und Wege gemeinsamen Lebens und Wohnens zu erproben. Sie sind Ausdruck unserer Zeit und geben wichtige Impulse für künftge Lebensweisen sowie für den Wohnungsbau der Zukunft. Bei unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und vielfältigen Ideen ist allen Gruppen der Wunsch gemeinsam, sich nicht mit vorgegebenen Wohnstrukturen und gesellschaftlichen Leitbildern zufrieden zu geben, sondern den Lebensraum architektonisch sowie zwischenmenschlich individuell zu gestalten. Damit begegnet diese neue Lebensform dem gesellschaftlichen Wandel, der die Lebensbedingungen seit dem 2. Weltkrieg in den westlichen Industrieländern stark verändert hat.
 
Unter dem Sammelbegriff “Wohnprojekte” finden sich von generationsübergreifenden Projekten, kleineren und größeren Wohn- und Hausgemeinschaften, Singlewohnungen mit Gemeinschaftsräumen bis hin zu nachbarschaftlichen Gemeinschaftssiedlungen mehrerer Familien unterschiedlichste Entwürfe des gemeinschaftlichen Zusammenlebens.
 
Von der Rechtsform her sind die Projekte zum Teil als eingetragene Genossenschaften organisiert oder haben sich als Vereine einer bestehenden Dachgenossenschaft angeschlossen. Vielfach sind sie auch als BGB- Gesellschaften eingetragen, die sich im Innenverhältnis an genossenschaftlichen Prinzipien orientieren.
 
In allen Projekten gibt es Plena, in denen Entscheidungen diskutiert und gemeinschaftlich getroffen werden. Neben den gemeinschaftlichen Ansprüchen bleibt jedoch in den Projekten genügend Raum, das eigene Leben individuell zu gestalten. Bewusst wird dabei die soziale Kontrolle der Gruppe gesehen, die so manche Ängste in Bezug auf Vereinnahmung oder Überforderung auslöst und so manchen Unwillen über ungleiches Engagement laut werden lässt. Gleichzeitig überwiegt aber die Zufriedenheit über das gemeinschaftlich eingebundene Leben.
 
Bau- und Hausgemeinschaften sind eine kleine tatkräftige Minderheit, allerdings mit einer steigenden Ausstrahlungskraft für all diejenigen, deren soziale und private Bedürfnisse nicht mehr den Strukturen der Kleinfamilie und der entsprechenden Wohnraumversorgung entsprechen. Die Selbstverwaltung steht im allgemeinen für die Aufhebung der Vereinzelung, für gleichberechtigtes Miteinander, für die Entlastung aus ökonomischen Zwängen und für ökologischere Lebens- und Bauweisen.

 

 

Petra Merten Architektur

Informationen:

www.stattbau-hamburg.de